Meyerbeer: Alimelek
Nr. 4 Trinklied

    Nr. 4 Trinklied
    Alimelek, Giaffar, Kalif

    Die über der Pizzicatobegleitung der Streicher hüpfende Oboe, der Fluss der wechselnden Harmonien und der sich geschickt ablösenden Instrumentalgruppen geben dem Lied etwas Bacchantisches. Köstlich ist, wie Meyerbeer die beginnende Wirkung des Schlaftrunkes musikalisch illustriert. Zeigen in der 2. Strophe die hüpfenden Zweiunddreissigstel der ersten Violinen noch die starke Erregung Alimeleks, so weisen in der 3. Strophe die auf und abgleitenden Sextolen des Solovioloncellos und Fagotts schon auf die beginnde Umnebelung seines Geistes hin.
    Die auffallenden Textrepetitionen des Alimelek am Ende einer jeden Strophe weisen schon auf ähnliche Topoi musikalischer Charakterzeichnung etwa eines Danilowitz (“L’etoile du Nord”) oder eines Corentin (“Dinorah”) hin.

    Partitur der Nr. 4 als PDF Datei (vorläufige Fassung, nicht druckbar):Partitur
    Die Strophen dieser Nummer hat Meyerbeer in die Revision seiner Oper mit Änderungen in den Instrumentalfigurationen übernommen, den Refrain jedoch umgestaltet. Dieser beginnt in der Urfassung im 2/4 Takt, geht dann beim Beginn des Triosatzes in einen 6/8 Takt über und endet wieder mit einer Coda im 2/4 Takt. Die Neufassung verwendet für den Refrain ausschließlich den 6/8 Takt und bringt eine fremdartig klingende, ausgedehnte Coda, worin vom A-Dur des Refrains in das a-Moll der Strophe zurückmoduliert wird.

 

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